Der Clown

Ich möchte Euch hier die Gedanken und Empfindungen eines Menschen nahe bringen, der mir bekannt ist. Er hat die Zeit von der Diagnose seiner unheilbaren Krankheit und die Auseinandersetzung mit ihr in vier Gedichten beschrieben.

Als Erklärung einige Details: das kleine Mädchen ist seine Tochter, das Publikum sind die Menschen, Freunde, Familie, Arbeitskollegen. Im Clown sieht er sich selbst.

1zxsiqdnecf

Der Clown

Noch zehn Minuten dann ist er dran, die letzte Vorstellung seines Lebens fängt an.

Traurig sitzt er vor dem Spiegel und sagt: “Weine nicht!”. Und schminkt sich ein rotweißes Lachen in sein Gesicht.

Vor ein paar Stunden hat er die Diagnose erfragt, Clown Du bist krank, hat man ihm gesagt.

Eine Krankheit die noch nicht heilbar ist, aber gib nicht auf, bleib wie Du bist.

Noch fünf Minuten dann ist er dran, fängt dann wirklich die letzte Vorstellung für ihn an?

So viele Jahre hat man über ihn gelacht, und immer hat er den Menschen Freude gebracht.

Er war der Clown, Tag ein, Tag aus, mit seiner roten Nase und viel Applaus.

Nun geht es los, jetzt ist er dran, seine letzte Vorstellung fängt wie immer an.

Durch den Vorhang betritt er seine Welt, die runde Manege und das Zirkuszelt.

Das Publikum applaudiert und lacht, wenn der Clown nur seine Späße macht.

Doch plötzlich setzt er sich einfach hin, laut sagt er: “Es hat doch keinen Sinn!”.

Ganz still ist es nun im Zelt, nur ein Scheinwerfer, der sein Gesicht erhellt.

Und im Licht sieht man ihm an, dass der Clown nicht mehr lachen kann.

Tränen laufen über sein rotweiß lachendes Gesicht, ein kleines Mädchen ruft: “Bitte Clown weine nicht!”.

Er sagt allen warum er nicht mehr lachen kann, nun fängt auch das kleine Mädchen zu weinen an.

Es steht auf und geht zu ihm hin: “Lieber Clown, alles hat seinen Sinn!”.

Du bist für uns der Clown geblieben, auch mit der Krankheit werden wir dich lieben.

Vieleicht kannst Du nicht mehr rennen und springen, aber Du der Clown wirst uns immer zum lachen bringen.

Du kannst für uns andere Späße treiben, doch der gleiche Clown wirst Du immer bleiben.

Hinter jedem Schicksal erkennt man irgendwann den Grund: “Clown du bist nicht krank, nur anders gesund!”.

Da steht er auf, jetzt ist er dran, die erste Vorstellung seines neuen Lebens fängt an.

©jenshauk03

sq5qvha4uyk

Das zweite Gedicht schreibt er viele Jahre später. Es gibt also eine Fortsetzung. Ich werde sie das nächste mal schreiben.

Ich wünsche Euch einen guten Wochenstart.

Advertisements

6 Antworten

  1. Als ich diese Gedichte gelesen habe, war ich so sehr beeindruckt, dass ich dachte, das mußt du weitergeben, dass hilft vieleicht jemanden in ähnlicher Situation.
    So freut es mich umso mehr, dass es euch gefällt.

Über Deine Meinung freue ich mich und sage schon einmal DANKE.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Powerpoint Greetje

welkom op mijn blog

einfachtilda

Viele Bilder, wenig Worte!!

Ute42's Blog

ute`s Fotoblog

Rosemaries Welt

Bilder und Geschichten aus meinem Leben

Brigittes Space

Liebe Freunde, ich begrüße Euch ganz herzlich auf meiner Seite

Foto Gedichtsband

http://gageier.wordpress.com

%d Bloggern gefällt das: